Narben auf der Seele - Das innere Kind umarmen. Die dunkle Nacht der Seele

Wir alle sind Kinder. Wie wir aufwachsen, bestimmen die Umstände, auf die wir als Kinder keinen Einfluss haben. Wir werden in sie hinein geboren oder sie ändern sich an einem bestimmten Punkt im Leben und verändern die Situation komplett, manchmal von einem Tag auf den anderen.

 

Ob man mit beiden Elternteilen oder nur einem Elternteil aufwächst, nach einer Trennung oder einem Verlust durch das frühzeitige Ableben eines Elternteils. Ob man durch tragische Lebensumstände sogar völlig verwaist ist oder bei Adoptiveltern aufwächst: Allen gemeinsam ist, dass es sicher bei den meisten Kindern und Jugendlichen Momente oder eine Zeit gab, in der auf Grund z.B. des besonders schutzbedürftigen Alters, der Umstände oder Verhaltensweisen von Bezugspersonen, die dem Kind keine Sicherheit vermitteln konnten. Aus welchen Gründen auch immer. Manchmal erinnert man sich an diese Situationen und Zeiten, manchmal aber auch nicht. Vor allem dann, wenn das Alter des Kindes in der frühkindlichen Entwicklungsphase liegt und dadurch Erinnerungen nicht oder auf Grund des Entwicklungsstandes in einer anderen Form gespeichert sind. Die Verarbeitung von Informationen und Wahrnehmungen kann dann nur innerhalb des altersentsprechenden kongnitiven Entwicklungsstandes verarbeitet werden. Manchmal kann sogar ein traumatisches Erlebnis vorliegen, auf das man später keinen oder nur einen begrenzten Zugriff hat. Hier hat die Psyche einen hochwirksamen Schutzmechanismus entwickelt, der vor größerem Schaden bewahrt und vielleicht lange Zeit keine Informationen preisgibt. Es können aber auch einfach Informationen aufgenommen worden sein, die man altersgerecht noch nicht verabeiten konnte und die dann einen Stress bewirken.

 

Aus solchen Erlebnissen können sich in Folge dessen Gefühle von Angst, Ablehnung, Abspaltung, Nicht-gesehen-werden, sich falsch fühlen oder diffuse, nicht zuordenbare Empfindungen entwickeln. Es entstehen ein verzerrtes Selbstbild und Glaubensmuster über sich selbst und wie das Leben offensichtlich funktioniert (die Erwachsenen müssen es ja wissen), werden abgespeichert. Gleichzeitig entsteht im Inneren ein Mangel. Ein Mangel an Zuwendung, an Liebe, an Wertschätzung, ein Mangel an Freude über das eigene DaSein. Dieser Mangel verursacht die Herausbildung von Kompensationsstrategien und veschlingt enorme Energien, die nicht mehr für die eigentlichen Ziele zur Verfügung stehen, da stets im Hintergrund ein Programm am Wirken ist, was die Zufuhr an Energie benötigt. Solche Kompensationsstrategien können beispielsweise sein, sich Zuwendung zu "erarbeiten" (durch tätig sein für andere) oder Zuwendung zu "erkaufen" (ich kaufe mir für Geld Aufmerksamkeit). Und damit steckt man in der Falle. So gerät man mit der Zeit mmer mehr unter einen Dauer-Druck, denn man muss den StatusQuo aufrecht erhalten, da man sonst (vermeintlich) keine Liebe/Zuwendung mehr erhält.

 

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wir brauchen Zuwendung und das Gefühl von Nähe. Menschen, die über einen längeren Zeitraum keine oder kaum soziale Kontakte und Interaktion erleben, werden krank. Dies ist nachgewiesen. Schon aus einem Selbstschutz heraus ,muss also das eingeübte Verhalten aufrecht erhalten werden, damit die Zufuhr an Aufmerksamkeit und damit empfundener Wertschätzung beibehalten wird. Es ist ein Kreislauf, der irgendwann vermutlich zum Zusammenbruch führt, weil man keine Kraft mehr hat. Durch diese Kompensationsstrategien hat sich jedoch im Laufe der Zeit ein Persönlichkeitsanteil aufgebaut, der eher als eine Rolle, die man spielt, zu verstehen ist. Wer jedoch sein Leben lang Shakespeare gespielt hat, wird sich sehr schwer tun in eine völlig andere Rolle einzutauchen. Um also seine lange Zeit gelebte Rolle aufzugeben, muss man erst einmal wissen, wer man denn tatsächlich ist. Ohne diese Rolle. Ohne jegliches TUN. Und so beginnt eine Reise. Eine Reise zu sich selbst. In der Hinwendung zu sich selbst entdeckt man womöglich, dass man vielleicht sogar ein völlig entgegengesetztes Leben geführt hat, als man eigentlich im tiefsten Inneren für sich gewünscht hat. Vielleicht entdeckt man Talente und Interessen, die man nicht im Traum erahnt hat, dass man dies kann. Oder man entdeckt seine Lebendigkeit im Tun für Dinge wieder, die einen als Kind haben abtauchen lassen in einen kreativen Raum der Zeitlosigkeit.

 

Oft gibt es im Leben eines Menschen einen oder mehrere markante Punkte. Diese Punkte kommen oft als plötzlich erlebte Schicksalsschläge unvermittelt ins Leben und konfrontieren uns mit diesen existentiellen Fragen. Viele Menschen krempeln ihr Leben dann komplett um, brechen aus und ab, trennen sich von Menschen, der bisherigen Arbeit oder dem Wohnort, wandern aus, gehen den Jakobsweg. Was auch immer es ist - die Seele hat gerufen. Und zwar so stark, dass es kein Aufschieben und kein Verdrängen mehr gibt. Man spürt es. Es hat eine Qualität von DRINGLICHKEIT. Von - ich muss mein Leben klären. Komplett. Kein Ausweichen mehr, keine Entschuldigungen mehr, keine Angst mehr - ich MUSS es tun. An diesem Punkt beginnt oft die sogenannte Dunkle Nacht der Seele. Man taucht ab in sein Innerstes und stellt sich den Dingen, vor denen man die ganze Zeit weggelaufen ist. Dieser Prozess ist sehr anstrengend und man hat das Gefühl, als würde einem der Boden unter den Füßen komplett weggerissen. Vieles, was bisher Gültigkeit hatte, wird in Frage gestellt. Das, was bis jetzt Sicherheit gegeben hat, bricht zusammen. Man fühlt sich wie ein Akrobat ohne Sicherheitsnetz. Für viele Menschen ist dies ein Erweckungsprozess. Man findet zu sich - und oft auch zu Gott. Man findet (zurück) zum wirklich Wahren im Leben. Oft findet man in Folge dessen zu seiner Lebensmission oder seinem Platz (neuer Ort oder Platz in einem Gefüge aus Gleichgesinnten). Aus diesem authentischen neuen Sein heraus, kehrt das innere Feuer zurück und man steigt auf wie Phönix aus der Asche. Man wurde im Feuer der Drangsal, der Ängste, Zweifel und Not transformiert, hinein in das wahre Selbst. Und geht nun - mit leichterem Gepäck - mit einer neuen, aus dem Inneren heraus entstandenen Stabilität und Kraft durch die Gezeiten des Lebens.


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